SlumChangers
Die Wakulima Youth Group in Korogocho, oben steht: "Wakulima City".

WAKULIMA YOUTH GROUP

Bei der WAKULIMA YOUTH GROUP muss man an einem Tag nach der Corona-Pandemie beginnen. Da hingen sie wieder mal ab. Sie chillten. Wie üblich. Hier, in ihrer Straße in ihrer Hood, wie sie es nennen. Wenig Dynamisches spielte sich ab. Man könnte auch sagen: Wie immer nicht viel, außer der Gemeinschaft natürlich. Und dem tollen Gefühl, Freunde zu haben. Es war trotzdem wie jeden Abend. Chillen eben. Sonst nichts.

Dann, wie aus heiterem Himmel, hatte eine die Nase voll: „Was machen wir hier eigentlich? Jeden Abend das Selbe. Und nix passiert!“ Es war wie ein Aufschrei, eine Klage, ein Genervtsein von dem, was sich Abend für Abend abspielte. Die anderen waren überrascht, manche fast schockiert. So was hatte noch niemand erlebt. Eigentlich war das eine wirklich ruhige Gruppe. Mit Geschichten vom Tag, Reden über die Familie und deren Probleme und auch mit viel Lachen. Heute war es komplett anders.

Nur ein einziger Gedanke – und es ging los

Irgendwie hatte es sich bei ihr angestaut. Auch wenn die anderen es nie so ausgedrückt hatten, fanden sie es mitunter ebenso eintönig und langweilig. Noch waren sie nicht „Wakulima City“. Noch gab es ihre Gruppe nicht, aber das sollte sich ändern. Die Freundin sagte: „Wir könnten auch mal was Anderes machen. Was Sinnvolles, was Gutes.“ Klar, das klang gut. Da war niemand dagegen. Und doch hatte niemand eine wirklich coole Idee. Die Freundin schon.

Man muss wissen, dass von den 14 Mitglieder der Gruppe nur einer eine reguläre Arbeit hat. Wenn jemand mal Glück hat, schnappt man sich einen Tagesjob. Immerhin zwar, aber eine „richtige“ Arbeit ist das nicht. Keine jedenfalls, mit man eine Familie gründen und die dann auch versorgen könnte. Das ist eine bittere Realität im Slum Korogocho. Sowieso ist die Jugendarbeitslosigkeit in ganz Kenia extrem hoch.

Wakulima – Die Idee

Diese Freundin, die mit dem Wutausbruch, sagte: „Wir könnten den ganzen Dreck hier gegenüber aus dem Korridor wegschaffen und Grün anpflanzen.“ Zwischen den Hütten und Häusern sammelt sich ständig Dreck und Müll, Es gibt keine Müllabfuhr in Korogocho; also werfen die Leute es einfach dahin. Kurz nach diesem „chilligen“ Abend ging es los (man kann es in dem Video hier unten gut sehen).

Unser Verein konnte die Gruppe bei ihrer Arbeit unterstützen. Sie haben mehrere Hühner, zwei Hunde, einen gigantischen Wassertank, Werkzeuge, Stiefel, Handschuhe – und was man sonst noch so braucht, um ein echter Bauer oder eine Bäuerin zu sein. Möglich war diese Hilfe durch Spenden von Privatpersonen und vom Ernst Moritz Arndt-Gymnasium in Bergen auf Rügen. Das Gymnasium hatte uns einen Teil seiner Advents-Aktion 2025 für gute Zwecke zur Verfügung gestellt.