SlumChangers
Teddy Omondi im Gespräch mit Kindern

TEDS COMMUNITY HUB


Teddy Omondi hat mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Sozialarbeit im Slum. Während er aufwuchs, war er selbst einer von denen, die von Unterstützung profitierten. Dann mauserte er sich zu einem "Mentor". Das sind Jungs und Mädchen, die schon in jungen Jahren für die anderen zu einem Ansprechpartner werden – nicht nur, was den Fußball angeht.

Mentoren sind Helden

Zuhause, so sagte einer, der viel mit Kindern zu tun hat, sprechen sie einfach nicht. „Es ist nicht üblich, als Kind mit seinen Sorgen die Familie zu belasten. Da gibt es schon genug Probleme.“ Da wollten, so sagt er, die meisten Kids nicht auch noch die eigenen Probleme „on top“ packen. Und genau da kommen die ins Spiel, die eigentlich „nur“ Fußballtrainer sind.

Eine Grafik, die die im Text beschriebenen Arbeiten von TEDS COMMUNITY HUB beschreibt und mit illustrierten Bildern untermalt, dazu erklärender Text.

Denn beim Training geht es nicht bloß um Taktik, Kondition oder Testspiele. Es geht vor allem um die Kinder in einer entscheidenden Lebensphase. „Die Kinder sind das Wichtigste, das ist ja klar. Darauf konzentrieren wir all unsere Anstrengungen,“ sagt Teddy Omondi. Sei es beim Training, beim Spielen oder bei unseren Workshops. „Wir beschäftigen die Kinder und zeigen ihnen, dass Drogen, Kriminalität oder Banden keine gute Beschäftigung sind.“

Zardost und Teddy im Gespräch

Ende 2025 war unser 2. Vorsitzender Zardost Calisdirmak in Korogocho. Neben anderen hat er mit Teddy Omondi über dessen Arbeit gesprochen – und darüber, wo die Schwerpunkte von TEDS COMMUNITY HUB liegen.

Dort hat er mehrere Initiativen besucht, die in Korogocho den Wandel („Change“) voranbringen. Junge, starke, begeisterte Jugendliche, die sich einfach nicht mit der Armut und dem Dreck abfinden wollen. Sie legen Hand an, gründen Initiativen und NGOs. Diese Graswurzel-Initiativen – und der Hub ist eine davon – wollen wir als Verein unterstützen.

Nicht nur zur Weihnachtszeit

Eine der Herausforderungen im Slum ist – neben Fragen fehlender Bildung oder der Kriminalität – die Ernährung. Oder einfacher ausgedrückt:  Viele Kinder haben fast täglich Hunger. Oft bekommen sie nicht genug oder nicht regelmäßig zu essen. Hauptgrund ist die hohe Arbeitslosigkeit der Slumbewohner. Diejenigen, die in die Schule gehen, bekommen immer etwas zu essen. Reis, Ugali, Gemüse. Selten Fleisch. Während der Ferien allerdings ist das anders.

Unsere Partnerseite, der Korogocho Knowledge Hub, hat zu diesem Thema einen informativen Beitrag veröffentlich, in englischer Sprache.

"Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass es in Korogocho in keiner einzigen Familie Hunger geben wird."
Ein Instagram-Nutzer aus dem Slum
2025

Christen, Muslime und ein Gymnasium auf Rügen

Durch diesen einen Post inspiriert haben wir mit Teddy Omondi gesprochen und überlegt, was wir tun können. Daraus wurde ein Weihnachten, wie es die Kinder in Korogocho selten – oder noch nie – erlebt hatten. Fleißige Hände schnitten, schnippelten und schälten. Kartoffeln, Tomaten, Salate, Fleisch, Möhren. Und ganz früh am Morgen wurde eine Ziege geschlachtet – von einem jungen Mann, der normalerweise eher für seine Fußballkünste bekannt ist. Aber er ist nicht nur ein „most valuable player“. Er ist auch Metzger – und Muslim. So bereitete der Muslim an diesem christlichen Fest für die Kinder das Fleisch vor.

Religionen spielen hier keine trennende Rolle – wie in vielen Teilen der Welt sonst. Zwei Dutzend Jugendliche halfen stundenlang bei den Vorbereitungen. Und das mit Freude – und Rhythmus im Blut. Für europäische Verhältnisse waren die Vorbereitungen eher unorthodox. Am Ende aber haben fast 150 Kinder und Jugendliche eine vollständige, gesunde Mahlzeit bekommen. Die SlumChangers aus Deutschland haben dieses Projekt finanziert – mit 350 Euro, wie gesagt, für 150 Slum-Bewohner. Das macht 2 Euro 30 pro Person. Inklusive einem Getränk.

Kinder in Korogocho haben an Weihnachten zu essen bekommen. Das Ernst Moritz Arndt-Gymnasium in Bergen auf Rügen hat das möglich gemacht.
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Natürlich konnten wir nicht jedem einzelne Kind an diesem Ersten Weihnachtstag 2025 in Korogocho zu essen geben. Aber wir haben – gemeinsam mit unseren Freunden im Slum – sehr vielen Kindern ein friedliches, schönes und gesundes Essen geben können. Das soll nicht das letzte Mal gewesen sein …

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