Wenn eine ganze Schule zu Slum-Changern wird
Der "Tag für Korogocho" am GSA
Kann ein Muffin die Welt verändern? Oder ein Flohmarktstand, ein Gartennachmittag, eine Tüte Süßigkeiten? Einzeln betrachtet wohl kaum. Aber wenn über tausend Schülerinnen und Schüler an einem Tag gemeinsam anpacken, entsteht daraus etwas, das weit über diesen einen Tag hinausreicht.
Genau das passiert jedes Jahr kurz vor den Sommerferien am Gymnasium Alleestraße in Siegburg (GSA), organisiert von Lehrern, gemeinsam mit Eltern und Schülern. Dann ist wieder „Tag für Korogocho“. An diesem Tag fällt der reguläre Unterricht aus, die Lehrkräfte tagen in Konferenzen, und die Schülerinnen und Schüler arbeiten, verkaufen, backen und organisieren – jede Klasse auf ihre eigene Art. Die Ideen: Flohmärkte und Kuchenverkauf, kleine Spiele und Musizieren. Auf diese Weise kommt in vielen Klassen viel Geld für Korogocho zusammen.
Afrika, Korogocho, GSA
Möglich macht das eine Schultradition, die seit 2007 besteht. Damals initiierte der Lehrer Ralf Menge ein Afrika-Projekt am GSA. Aus der Afrika-AG ist inzwischen ein Engagement geworden, das die ganze Schulgemeinschaft trägt. Auch der Name des Aktionstages hat sich geändert. Die Direktorin der Schule, Sabine Trautwein, fand gemeinsam mit anderen, dass „Tag für Korogocho“ sehr viel konkreter sei als allgemein vom Tag für Afrika zu sprechen.
Der Erlös kam bislang meist ausschließlich der Ayiera Initiative in Korogocho zugute. Die Ayiera-Initiative konnte so tausende Kinder und Jugendliche unterstützen – darunter auch Brian Onyango, der die Initiative inzwischen aktiv mitträgt. Brian hat das GSA inzwischen einige Male besucht.
Nach der Gründung unseres Vereins SlumChangers fließt nun ein Teil des Erlöses aus Siegburg auch direkt an uns. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft: „Das Gymnasium und ich kennen uns inzwischen viele Jahre, und ich freue mich, dass wir mit dessen Unterstützung nun auch kleine und junge Organisationen unterstützen können“, so Thomas Schwarz, der Vorsitzende des Vereins.
Die jungen SlumChanger am "Tag für Korogocho"
Zu diesen Organisationen gehört unter anderem TEDS COMMUNITY HUB. Ihr Vorsitzender Teddy Omondi wird Anfang September das Gymnasium besuchen. Gegenseitiges Kennenlernen, Ideen austauschen und Pläne schmieden stehen dann auf dem Plan. Dank der Unterstützung des Fördervereins des GSA wird auch Allan Otieno nach Siegburg kommen können. Allan arbeitet als Social Worker im Slum Korogocho für den Hub.
Am GSA verstehen sich die Schülerinnen und Schüler nicht einfach als Spendensammler, sondern als „Slum Changer“ – als junge Leute, die durch ihr Engagement tatsächlich etwas verändern. Ein Name, den wir uns nicht ausdenken mussten: Er beschreibt genau das, was an diesem Tag in Siegburg passiert.
Am Ende bleibt die Frage vom Anfang: Wie verändert man die Welt? Die Antwort, die der „Tag für Korogocho“ jedes Jahr aufs Neue gibt: nicht durch die einzelne große Geste, sondern dadurch, dass eine ganze Schulgemeinschaft gemeinsam Verantwortung übernimmt – und aus vielen kleinen Beiträgen etwas Großes wird. Durch die Schülerinnen und Schüler, die Lehre und die Eltern.
Music4Change
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